Tetanus
Tetanus (Wundstarrkrampf) ist eine durch das Bakterium Clostridium tetani verursachte, weit verbreitete Krankheit. Pferde sind die für Tetanus anfälligste Haustierart! 50 bis 80% der an Tetanus erkrankten Pferde sterben.
Die Sporen der Bakterien sind sehr resistent und können jahrelang überleben. Sie sind überall in der Umgebung der Pferde vorhanden, so z.B. im Pferdemist, im Boden gedüngter Weiden, aber auch im Darmtrakt oder auf der Haut gesunder Tiere.
Gelangt das Bakterium in Wunden, vermehrt es sich und bildet einen Giftstoff (Toxin), welcher sich an Nervenzellen bindet. Jede kleine Wunde stellt eine potenzielle Gefahr dar, scheint sie auch noch so harmlos und unauffällig. Sogar Verletzungen der Mundschleimhaut können zu Tetanus führen.
Von der infizierten Wunde aus gelangen die Giftstoffe in das zentrale Nervensystem und die Krankheit breitet sich dann über den gesamten Körper aus.
So äussert sich die Krankheit
Erste Anzeichen dieser gefährlichen Krankheit sind Bewegungsstörungen mit angespannten, versteiften Muskeln. Das Pferd lässt sich nicht wenden oder rückwärts richten. In der Folge kommt es zu Muskelzittern und gesteigerter Erregbarkeit, welche bis zu Krampfanfällen führen kann. Die «Sägebockstellung» mit dem steif nach vorne gestreckten Hals und den nach aussen gestellten Beinen ist typisch für das Krankheitsbild.
Die Kaumuskulatur ist so stark angespannt, dass das Pferd kein Futter mehr aufnehmen, geschweige denn kauen und schlucken kann. Der Vorfall des dritten Augenlides kann ebenfalls beobachtet werden. Das Tier ist stets bei vollem Bewusstsein und hat starke Schmerzen.
Die Therapie von Tetanus ist schwierig und langwierig. Auch behandelte Pferde sterben häufig und sehr qualvoll. Der Tod tritt gewöhnlich 3 bis 10 Tage nach Beginn der ersten Krankheitserscheinungen ein.
Wichtig ist deshalb die Prävention: Auf eine Impfung gegen Tetanus sollte nicht verzichtet werden! Die Schutzimpfung führt zur Bildung von Abwehrstoffen, die den Giftstoff neutralisieren und dadurch zuverlässig die Krankheit verhindern. Sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.



